Eine einfachen Sprache ist wichtig für die Inklusion von Menschen mit Behinderung. Mit dieser Gewissheit hat sich 2014 der Verein «Einfache Sprache Schweiz» gegründet. Über die Jahre mussten wir jedoch feststellen, dass die barrierefreie Kommunikation nur einen kleinen Teil unserer Arbeit beinhaltet.

Schon immer haben wir uns auch für die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung, wie auch für die politische Teilhabe an Gesellschaft und Politik eingesetzt. Dem tragen wir nun mit einer Vereinsnamen- und Statutenänderung Rechnung. Seit der Mitgliederversammlung vom 15. Juli 2020 heissen wir neu «Inklusion für alle».

Ein Blick zurück

Seit 7 Jahren hat sich der Verein für eine einfache Sprache stark gemacht. Dabei hat er sensibilisiert für eine zugängliche Sprache seitens Institutionen und Politik. Durch politische Vorstösse in den Parteien und überparteilichen Gruppen ist der Ball ins Rollen gekommen. «Dazu haben wir die schweizweit erste wirklich barrierefreie Tagung zum Thema ‹Leichte Sprache› durchgeführt», sagt Vereinspräsident Peter Fischer.

Die gesammelte Erfahrung über die Jahre hat gezeigt, dass für Menschen mit Behinderung nicht nur die Sprache eine Hürde für die gesellschaftliche Teilhabe darstellt. Die barrierefreie Kommunikation ist wichtig. Damit Menschen mit Behinderung nicht länger ausgegrenzt werden, bedarf es jedoch mehr. Dazu kommt, dass die gesellschaftlichen Barrieren nicht nur Menschen mit Behinderung ausschliessen, sondern auch andere Menschen.

Neuausrichtung durch Erfahrung

In der Art, wie der Verein «Einfache Sprache Schweiz» bis anhin gewirkt hat, stand stets die Inklusion von Menschen, deren gesellschaftliche Teilhabe verunmöglicht wird, im Mittelpunkt. Jene gesellschaftlichen Barrieren, welche Menschen mit Behinderung täglich in den Weg gestellt werden, grenzen auch andere Menschen aus.

«Der eine Tritt vor dem Ladenlokal ist nicht nur für mich als Rollstuhlgänger ein Problem», sagt Fischer. «Auch für ältere Menschen, die nicht mehr so viel Kraft haben. Auch Menschen mit einem Kinderwagen profitieren von barrierefreien Zugängen». Dasselbe würde für barrierefreie Sprache gelten. Viele Menschen hätten Probleme mit der Sprache der Politik und der Institutionen.

Inklusion von allen für alle

«Die Ausgrenzung, der wir Menschen mit Behinderung ausgesetzt sind, erfahren auch viele andere Menschen», sagt Fischer. «Inklusion ist für alle. Wir müssen unsere Rechte gemeinsam einfordern».

Bereits vor knapp zwei Jahren haben wir Veränderungen im Verein angekündigt. Am 15. Juli 2020 hat die Mitgliederversammlung der Namens- und Statutenänderung zugestimmt. Damit tritt der Verein neu unter dem Vereinsnamen «Inklusion für alle» auf und kämpft für eine gerechte Gesellschaft, die weder Ausgrenzung, Fremdbestimmung noch Unterdrückung kennt.

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